Buchung, Zeiten, Sitzplätze

Fliegen mit Kind- alles was ihr vor der Buchung beachten müsst

Ihr habt es also vor: mit Baby oder Kind fliegen. Egal wie alt euer Kind zu dem Zeitpunkt ist, der erste Flug mit Kind ist immer etwas Besonderes und wird euch für immer im Gedächtnis bleiben. Damit ihr auch perfekt vorbereitet seid, findet ihr hier auf unserer Seite alles, was ihr wissen müsst, damit euer Flug mit Kind entspannt wird.
Los geht es mit der Buchung.
Vor der Buchung des Fluges solltet ihr einiges beachten. Folgende Fragen können euch dabei helfen:

1. Direktflug oder lieber mit Zwischenstopp?

Vorteile eines Direktfluges

  • Ganz klar: Ihr seid schneller am Ziel. Die Reisezeit verkürzt sich dadurch enorm
  • Kein lästiges Umsteigen: Ihr könnt die ganze Zeit bequem im Flugzeug verbringen, ohne Unterbrechung.
  • Gerade mit Babys, die noch nicht mobil sind, perfekt. Kleine Babys schlafen noch viel – wenn ihr Glück habt, sogar den ganzen Flug durch.

Nachteile eines Direktfluges

  • Ihr seid die ganze Zeit im Flugzeug (eventuell für viele Stunden bei einer Fernreise), ohne große Bewegungsmöglichkeiten. Das kann auf Dauer ganz schön langweilig werden, gerade mit bewegungsfreudigen Kleinkindern, vorallem wenn ihr tagsüber fliegt.
  • Direktflüge sind meistens teurer als Flüge mit Zwischenstopp.

Vorteile eines Fluges mit Zwischenstopp

  • Ihr könnt euch zwischendrin die Beine vertreten. Kinder können am Flughafen umher rennen und sich nochmal so richtig austoben, bevor es wieder in die enge Flugkabine geht.
  • Ihr könnt sogar einen Stop Over einplanen und euch ein bis zwei Tage die Stadt, in der ihr umsteigen müsst, anschauen.

Nachteile eines Fluges mit Zwischenstopp

  • Längere Reisezeiten: Ihr seid insgesamt länger unterwegs, was für Eltern und Kinder anstrengend sein kann
  • Auch das Umsteigen kann lästig sein, zum Beispiel wenn man es sich gerade im Flugzeug bequem gemacht hat, die Kinder eingschlafen sind oder es mitten in der Nacht ist. Von daher am besten auf gute und ausreichend lange Umsteigezeiten achten. Nichts ist schlimmer als von einem Flugzeug ins Nächste zu hetzen.


Beachtet: Wählt die richtige Stundenzahl für euren Stopover. Die Zeit am Flughafen vergeht schneller als ihr denkt: Sicherheitskontrollen mit langen Schlangen, nochmal auf die Toilette, Hunger, Durst, Spielplatz am Flughafen…Wir raten euch zu einem Aufenthalt von drei bis vier Stunden, wenn ihr es entspannt haben wollt.


2. Tagsüber oder lieber Nachtflug?


Soll der Flug zu Babys Schlafenszeiten stattfinden? Soll es vielleicht sogar ein kompletter Nachtflug werden?
Bei einem kurzen Flug stellt sich die Frage kaum. Seid ihr und eure Kinder Langschläfer und lieber gemütlich unterwegs? Dann nehmt lieber einen Flug, der erst am Mittag oder Nachmittag geht und nachmittags oder am frühen Abend am Ziel ist. Generell solltet ihr darauf achten, dass ihr nicht genau zu Aufsteh- oder Bettgehzeiten reisen müsst. Das führt nur zu unnötigem Stress.
Habt ihr allerdings eine Fernreise geplant, solltet ihr auf jeden Fall auf die Flugzeiten achten. Dabei gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: entweder, ihr seid den ganzen Tag über im Flieger, oder ihr fliegt über Nacht. Beide Varianten haben Vor-und Nachteile:

Vorteile eines Tagfluges

  • Kinder können durch verschiedene Spiele, Board Entertainment und Essen bei Laune gehalten werden
  • Es ist spannend, im Flugzeug zu sein, alles zu erkunden und aus dem Fenster zu schauen
  • Eltern können sich ausruhen, während Kinder TV schauen oder spielen
  • Kleine Babys werden schlafen, unabhängig ob Tag oder Nacht

Nachteile eines Tagfluges

  • Die Zeit kann sich ziehen wie Kaugummi. Die Kinder langweilen sich und wollen beschäftigt werden. Alle Spiele wurden schon mehrere Male durchgespielt, alle Sendungen des Board Entertainment geschaut. Das zerrt an den Nerven.

Vorteile eines Nachtfluges

  • Die Kinder werden müde sein, da der Flug auf ihre natürliche Schlafenszeit fällt. Auch die Eltern können sich ausruhen und müssen die Kinder nicht so lange beschäftigen.
  • Wenn alles gut läuft, schlafen alle Familienmitglieder den kompletten Nachtflug durch und kommen entspannt und ausgeruht am Zielort an.

Nachteile eines Nachtfluges

  • Es gibt Kinder, die können nur schwer in ungewohnter Umgebung eines Flugzeuges einschlafen (die Sitze sind zu unbequem, es ist zu hell, zu laut usw.). Eltern mit solch einem Kind empfehlen wir auf jeden Fall einen Flug tagsüber zu nehmen. Nichts ist schlimmer, wenn das Kind den ganzen Nachtflug nicht zur Ruhe kommt, und am Ende beide Eltern und das Kind müde und erschöpft am Reiseziel ankommen
  • Habt ihr zudem einen Stop Over, müsst ihr die Kinder mitten in der Nacht wecken und das Flugzeug wechseln. Schlechte Laune vorprogrammiert.

Allgemein können wir sagen:

Bei Fernreisen lohnt sich ein direkter Flug über Nacht, auch wenn er etwas teurer ist. Mit etwas Glück schlafen eure Kinder den ganzen Flug durch und ihr kommt entspannt am Zielort an.
Solltet ihr Kinder haben, die schlecht in ungewohnter Umgebung schlafen, bucht einen Flug tagsüber mit Stopover. So könnt ihr die lange Flugzeit gut aufteilen, euch zwischendrin die Beine vertreten, und vielleicht springt ja dann vor Erschöpfung und den ganzen Eindrücken doch noch der ein oder andere kleine Mittagsschlaf für euch raus.
Beachtet: Wichtig ist auch die Ortszeit, zu der ihr landen werdet. Niemand will mitten in der Nacht am Zielort ankommen, um dann noch mit Taxi, Bus oder Bahn in die Unterkunft zu fahren.


Habt ihr euch für eine euch passende Flugzeit entschieden, könnt ihr euch um den nächsten Punkt kümmern: Wo sind die besten Sitzplätze?

3. Wo sind die besten Sitzplätze für Familien im Flugzeug?

Sitzplätze für Familien sind in der Regel die ersten Reihen hinter den Toilletten und Küchen bzw. vor einer Trennwand, der sogenannten Eltern-Kind-Reihe. Hier habt ihr viel Beinfreiheit und die Kinder können auch mal auf dem Boden sitzen und spielen. Es gibt keinen nervigen Vordermann, der seine Rückenlehne bis auf euren Schoß zurück stellt. Außerdem können nur hier auch die Baby Bassinets angebracht werden. Weiterhin seid ihr in der Nähe der Toiletten, was gerade mit Wickelbabys sehr praktisch ist. Der Nachteil: Oft lassen sich die Armlehnen nicht hochklappen, was unbequem und eng sein kann, wenn Babys oder Kleinkinder auf dem Schoß sitzen. Außerdem kann es auch nervig sein, in der Nähe der Toiletten zu sitzen. Im schlimmsten Fall werden die Kinder immer wieder wach, wenn die Toilettentür aufgeht oder die Spühlung betätigt wird. Die Tabletts werden aus der Armlehne hochgeklappt und Bildschirme gibt es auch nicht am Vordersitz, was bei einigen Kindern zu Frustation führen kann.
Wollt ihr einen Platz in dieser Reihe, solltet ihr dies rechtzeitig vorher online reservieren, falls das online nicht geht einfach kurz bei der Airline Hotline anrufen.


Ist in der Familienzone kein Platz mehr, wählt am besten Fensterplätze für die Kinder. Familien mit zwei oder mehr Kindern buchen in kleineren Maschinen eine Reihe nebeneinanderliegender Plätze, so habt ihr zwei Fenster- und zwei Gangplätze. In größeren Maschinen lohnt es sich, zwei Reihen hintereinander zu buchen. So habt ihr ebenfalls zwei Fensterplätze und die Kinder können auf der vorderen Reihe herumturnen, ohne dass sich jemand gestört fühlt. Falls die Kinder streiten oder nur eins schlafen will, könnt ihr euch gut aufteilen.

Keine Angst: Konntet ihr vorab keine Sitzplätze buchen, fragt vor dem Start einfach das Bordpersonal, euch zu helfen oder sprecht alleinreisende Passagiere an, ob sie mit euch tauschen wollen.

An den Notausgängen dürfen Familien grundsätzlich nicht sitzen.

Tipp: Die Seite seatguru.com zeigt euch die verschiedenen Flugzeugtypen und ihre Sitzverteilungen an. So könnt ihr euch während der Buchung einen genauen Überblick der Sitzplätze und Sitzreihen eures Flugzeuges machen.

Unsere Empfehlung: Wir sitzen mit Kind bzw. Kleinkind am liebsten einfach mitten drin. Hauptsache eine Reihe mit Fensterplatz und Gang, und nicht so weit entfernt von den Toiletten. Nur für den Fall, dass ihr ein Baby Bassinet bucht, würden wir die Eltern-Kind Reihe empfehlen.

Baby Bassinet

Viele Airlines bieten sog. Baby Bassinets, also Babybetten an, die an den Trennwänden befestigt werden. Wollt ihr für euer Baby keinen eigenen Sitzplatz buchen, es aber auch nicht während des gesamten Fluges auf euren Schoß halten, kommt das Baby-Bassinet für euch in Frage. Vorallem auf Mittel- und Langstreckenflügen können diese Bettchen ganz praktisch sein. Achtung: Babys dürfen ein bestimmtes Gewicht oder eine bestimmte Größe nicht überschreiten. Die Bestimmungen variieren allerdings je nach Fluggesellschaft. Generell sind es die arabischen Airlines, bei denen auch große Babys noch in die Körbchen passen. In der Regel dürfen aber nur wirklich kleine Babys die Körbchen nutzen. Informiert euch deshalb am besten vorab bei eurer Airline.


Der Vorteil eines Baby Bassinets: Hier können Babys wie in einem richtigen Bett liegen, spielen oder schlafen. Die Bassinets werden grundsätzlich in der ersten Reihe an der Trennwand befestigt. Ihr könnt euch also über zusätzliche Beinfreiheit freuen, oder auch mal etwas Spielzeug oder euer Gepäck im Bassinet ablegen.


Der Nachteil: Bei Start und Landung oder auch bei Turbulenzen muss euer Baby zur Sicherheit trotzdem mit dem Loop Belt auf eurem Schoß gesichert werden. Auf wackeligen Flügen kann das mitunter sehr nervig sein- wer möchte schon ein schlafendes Baby wecken und immer wieder aus dem Bettchen holen? Im schlimmsten Fall möchte euer Baby gar nicht darin liegen, oder versucht immer wieder herauszukrabbeln. Zudem gibt es keine absolute Sicherheit, dass ihr das Bassinet überhaupt bekommt.


Möchtet ihr ein Baby Bassinet buchen, müsst ihr das unbedingt vor der Flugbuchung angeben und mit der Airline abklären. Nicht immer stehen die Bettchen zur Verfügung. Am besten ruft ihr die Kundenhotline der Fluggesellschaft an. Nur bei wenigen Airlines ist es möglich, ein Babykörbchen überhaupt zu reservieren. Meist bekommt ihr nur eine Bestätigung eurer Anfrage.

Sicher ist sicher: Am besten 24 Stunden vor dem Flug noch einmal anrufen und die Reservierung bestätigen lassen. Auch, wenn man euch ein Baby Bassinet fest zugesichert hat.

Übrigens: Absolute Garantie auf ein Baby Bassinet gibt es bei keiner Airline, da es oftmals in letzter Minute zu Umbuchungen kommen kann.

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Dieses Prinzip gilt bei den meisten Airlines beim Thema Baby Bassinet. Unser Tipp: Checkt für euren Flug mit Baby so früh wie möglich ein und verlangt direkt beim Check-in noch einmal nach einem Baby Bassinet.


Wichtig: Billigflieger bieten in der Regel keine Baby-Bassinets an.

 

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